Samstag, 18. September 2010

STO: Hemma

Hej!

Wie angekündigt: Maria berichtet von ihrem eigenen Heim. Ich hatte vorletzte Woche endlich ein Zimmer gefunden. Und zwar über den Blog der sehr aktiven Student Union an der Stockholm University, die durch ihren Hilferuf über die Medien viele private Haushalte mit leerstehenden Räumen erreichen konnten. Ich lebe nun mitten im Zentrum Stockholms am Östermalmstorget gegenüber einer kleinen Kirche, ich möchte sagen, im Viertel der Reichen. Beim Spazieren in den Straßen kommen einem eher sehr vornehm angezogene, ältere Damen und Herren entgegen. Dazu gehört auch meine neue Mitbewohnerin. Sie ist vielleicht um die 60 Jahre alt und eine Frau von Welt. Sie kuratiert Ausstellungen und schreibt für diverse Kunstzeitschriften. Das bringt anscheinend genug Geld, die Altbauwohnung ist wirklich groß und voller Antiquitäten. Zusätzlicher Promi-Flair: Obendrüber haben einmal die Eltern von Ingmar Bergman gewohnt.

Mein Zimmer ist ziemlich klein und hat das Fenster zum Hausflur, durch das ein wenig Licht dringt. Deshalb ist es nicht so duster. Zu diesem geht auch mein eigener Eingang hinaus. Die Ausstattung mit altem Tisch, schmalem Prinzessinenbett, putzigen Lampen und Regal wurde natürlich bei einem zweiten IKEA-Besuch mit nützlichen Kleinigkeiten wie Schachteln, Spiegel, Garderobe etc. ergänzt. Um etwas Leben hineinzubringen, habe ich einen Topf Efeu gekauft. (Papa sagt, der lebt eh nicht lange, wir werden sehen.)

Ansonsten genießen wir zwischen Texteleserei und netter Korridorfeierei die meist sonnigen Tage in der Stadt. Hans ist gerade da, also haben wir ihm unsere liebsten Ecken gezeigt und endlich mal ein paar Museen besucht. Sehr zu Empfehlen ist das Magasin 3, ein toller Ausstellungort mit zeitgenössischen Werken und das zwar sehr touristische, aber beeindruckende Vasamuseet, welches das 400 Jahre alte, untergegangene und wieder geborgene Kriegsschiff "Vasa" beherbergt. Weniger zu empfehlen das Fotografiska, welches mit seinen Ausstellungsräumen auch die schönsten Fotografien verderben kann. Aufgefallen: In Schweden ist man in Museen nicht ruhig, sondern quatscht und telefoniert in voller Lautstärke.

Gestern haben wir mit Susis Korridorkumpanen selbst Sushi gemacht. Unter Anleitung der kleinen Japanerinnen hat das super geklappt und noch besser geschmeckt. Als Schmankerl gab es leckere Misosuppe mit mitgebrachter japanischer Original-Misowürze und die selbstgedrehten Frühlingsrollen. Das machen wir gerne wieder. Wir können eigentlich von fast allen Aktivitäten ein Bilderbuch mit den verspeisten Mahlzeiten erstellen, gekocht und gegessen wird hier nämlich ständig.

Bis zum nächsten Post ... ersteinmal warten wir gespannt auf weitere Neuigkeiten aus Zürich!

Liebstes,

Maria



ZRH: Tag 2 - Kleine Entdeckung


Nach einer anstrengenden Bergtour wanderten wir durch die hübsche Altstadt. Und da fiel es mir auf: AUFSTIEG & FALL #1 ganz präsent im Regal in einem sehr coolen Laden - und zwar dem vielfach gelobten Cabaret Voltaire. Für 12 Franken ist unser Heft hier noch immer zu erwerben.
Mir wurde auch gleich ganz heimelig ums Herz vor Freude!
Herzallerliebst, Sandra

Freitag, 17. September 2010

ZRH: Tag 1

Kurzes Lebenszeichen: Wir sind gut angekommen, leider ist meine winzige 1-Zimmerwohnung, welche ich als Untermieterin ab sofort bewohne eine Enttäuschung, hier muss wohl doch noch was passieren, inwiefern hier was möglich ist, kann ich gerade noch nicht einschätzen, da ich 2 Monate Kündigungsfrist habe. We will see...

Trotzdem meine kleinen Tageslektionen:
1. Zürich ist wunderhübsch, ganz niedlich, ganz verträumt, die Liebe steckt in jedem Detail.
2. Es ist teuer, verdammt teuer.
3. Schweizerdeutsch zu verstehen wird eine sehr, sehr, sehr große Herausforderung.
4. Die Esskultur ist ein Traum!
5. Ich bin gerade sehr froh, Dirk an meiner Seite zu haben, das macht den Start wirklich einfacher, insbesondere der Wohnungsschock ließ sich so viel besser verdauen.

Jetzt fallen wir erstmal ins Bett, morgen wollen wir vielleicht zum Wandern in die Berge fahren!
Herzallerliebst, Sandra

STO: Carepaket aus Berlin.

Ich weiß, jeder glaubt das, aber meine Mama ist wirklich die beste!

Danke

Donnerstag, 16. September 2010

BLN: Uf Wiederluege!

Last day in Berlin!
Die letzten Tage & Abende habe ich noch die Gelegenheit genutzt um Berlin zu genießen: Meinen Sonntag habe ich mit Dirk und seinen Eltern im Mauerpark mit Bionade und Waffeln vertrödelt, Montag traf sich meine liebste Mädchenitaliener-Runde, Dienstagabend waren wir mit engen Freunden essen.
Und heute hieß es nun zum letzten Mal Abschied nehmen: Diesmal von meinen lieben Kollegen bei meinem Werkstudentenjob. Nachdem alle Ablagefächer geleert, auch die letzte Mail aus Outlook gelöscht und meine Projekte übergeben waren, gabs Vanilleeis mit heißer rote Grütze, ein ganz liebenswürdiges Abschiedspaket und eine sehr herzliche Abschiedsrede meiner engsten Kollegin. Nach 1,5 Jahren heißt es nun auf zu neuen Ufern. Und das nächste Ufer ist bekanntlich der Zürichsee!
Alle drei Koffer sind gepackt, die Stadtkarte & Reiseführer liegen bereit!
Es geht los!
Uf Wiederluege!

Sonntag, 12. September 2010

STO: Runter kommen #2

Hej,

Eintrag 4 für heute. Es ist Sonntag. Wie schön, von euch zu hören.

Nachdem ich heute Morgen schnell schnell versucht habe, einen Eintrag zu formulieren, sind mir so viele fehlende Punkte eingefallen.
Zusammen mit Maria war ich heute im Skansen, wie schon beschrieben. Ein netter Ort auf Djurgarden, der uns einige Gegebenheiten der Vergangenheit erinnern ließ. Und wieder muss ich sagen, wie schön die Natur hier ist, wie sehr das gefällt. Ich als Stadtkind hätte nicht erwartet, so viel Gefallen an unwegsamen Gelände zu finden.

Wir haben sie gesehen! Echte Elche. Bowow.


Die Toasterpflanze.
Egal, zur Vergangenheit. Ich glaube, zusammenfassend kann man sagen, dass wir uns in den letzten zwei Wochen der Struktur gewidmet haben – Ordnung reinbringen, um den Kopf verstehen zu lassen, dass das jetzt kein Urlaub mehr ist, sondern Alltag.

Erster Punkt auf der ToDo-Liste war unser Corridor. Kungshamra liegt im Norden Stockholms und ist eine Kolonie aus schätzungsweise 50 grauen Gebäuden, die durch ihre bunten Fensterrahmen allerdings ganz hübsch aussehen. In unserem Corridor gibt es 12 Rooms, also Schlafzimmer mit kleinem Bad. Wir als Corridor teilen uns eine Doppelküche und einen Gemeinschaftsraum. Dieser hat uns nicht gefallen, zu karg, zu unpersönlich und damit nicht sonderlich einladend. In einer Bastelstunde haben wir dann angefangen, die Wände zu bekleben. Ich find's jetzt viel besser so, die anderen glücklicherweise auch.

DER Schokokuchen.
Weil der Common Room jetzt so schön ist, wird auch viel mehr gekocht und verweilt und zusammen gesessen. Ich begrüße das sehr.
An diesem Mittwoch haben wir auch gleich ein gemeinsames Dinner einberufen. Jeder hat mitgebracht, was er vermag zu kochen. Es gab neben anderem chinesische Fleischplatten, deutsche Kartoffelpuffer, türkischen Börek, schwedische Kanelbullar und Schokokuchen. HERRLICH.

OBS: Plakate mit Kreppband
Ich weiß nicht mehr genau, was wir in welcher Reihenfolge gemacht haben. Das ist die Strafe dafür, wenn man nicht gleich alles teilt und andere zwei Wochen auf einen Post warten lässt. Irgendwann waren wir jedenfalls in West-Södermalm unterwegs, einem wirklich schönen Fleckchen rund um Hornstull. Nebenbei haben wir einen weiteren Beyond Retro gefunden, der uns wieder etwas Geld aus der Tasche gezogen hat – beeindruckt hat uns aber eigentlich Hornstulls Strand, eine kleine Promenade am Wasser. Beachtet auf dem Bild bitte Marias neue Schuhe. Ein Traum in schwarz. Nice, Girl!

Zwischen diesen Erlebnissen hat Maria ein Zimmer gefunden. Wie das aussieht und was es so besonders macht, kann sie selbst erzählen. Ich mag ihr Zimmer jedenfalls, auch wenn es klein ist. Dafür ist es ganz herrlich gelegen, nämlich direkt am Östermalmstorg, mitten in STHLM.

RAK: 1001 Nacht










Bevor es für mich heißt: Grüezi mitenand! - hieß es erst mal zusammen mit Dirk: Ab nach Marrakesch!

Ca. 200 km von der Küste entfernt trohnt die Stadt inmitten der marrokanischen Steppe bzw. Wüste und ist eine Mischung aus 1001-Nacht, Chaos, Herzlichkeit und vor allem eins: Hitze (bisweilen hatten wir 48 Grad im Schatten).
Was vor allem mich faszinierte, war es so unmittelbar in einem islamischen Land unterwegs zu sein, da jeglicher Lebensbereich der Marrokaner davon beeinflusst wird. Außerdem fiel unser Urlaub in den Ramadan, was bedeutet, dass die Muslime von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang weder essen noch trinken dürfen - und das bei solch einer Hitze. Eine unserer Lieblingsbeschäftigungen war es dann jeden Abend uns ins Café France direkt an den Djemaa El Fna, den zentralen Marktplatz in Marrakesch, zu setzen und das Treiben kurz vor Sonnenuntergang, d.h. kurz vor dem nächtlichen Fastenbrechen, zu beobachten. Denn dann herrscht ein großer Trubel: Die Einwohner müssen ihr Geschäft schließen, das Abendessen einkaufen, nach Hause fahren und kochen, noch schnell auf ihrem Moped ein Familienmitglied irgendwo abholen usw. Wird dann vom Muezzin der Sonnenuntergang quer über die Stadt verkündet steht für mindestens 30 Minuten jegliches öffentliche Leben still und alle trinken und essen - faszinierend! Dementsprechend wird auch die Nacht zum Tage gemacht - das pulsierende Zentrum ist der bereits erwähnte Djemaa El Fna mit vielen Künstlern, Gauklern, Schlangenbeschwörern und den unzähligen Ständen mit orientalischen Essen und Gewürzen - mehr als sehenswert! Angenehm war hier vor allem auch, dass sich Touristen und Einheimische mischen und es kein klassischer reiner Touristenspot ist.

Da die Hitze mit der Zeit doch zu anstrengend wurde, sind wir dann nach Essaouria, einer kleinen Küstenstadt mit einer großen Surf- und Hippiegemeinde gefahren. Wunderbare 25 Grad mit Meeresbrise, ein herrlicher Strand & eine sehr entspannte Innenstadt bescherten uns nach dem anstrengenden, lauten und pulsierenden Marrakesch doch noch eine klassiche Sommerurlaubsentspannung.

Wieder zurück habe ich nun bei strahlenden Sonnenschein mein letztes Wochenende in Berlin genossen und bin gerade sehr wehmütig. Für Zürich ist fast alles vorbereitet, die To-Do-Liste nahezu abgearbeitet. Gemäß der Schweizer Gründlichkeit sind alle Kurse bereits gewählt, sodass es am 21.9. direkt um 8.30 Uhr mit dem ersten Seminar losgeht, innerhalb von 5 Wochen werde ich zusammen mit anderen Studierenden aus allen Fachbereichen eine Ausgabe des Magazins swissfuture konzipieren, schreiben und umsetzen. Ein Projekt auf das ich mich bereits sehr freue!

Am Freitag geht es los! Und damit haben dann nun auch alle 5 von uns Berlin verlassen.
Oh Berlin, wie du mir fehlen wirst!

(Leider ist unsere Digitalkamera im Urlaub beschädigt wurden, deshalb behalten wir alle Erinnerungen ganz altmodisch im Kopf. Ein paar Schnapsschüsse haben wir aber für hier mit dem iPhone gemacht)